Brandano

Der legendäre Bartolomeo Garosi „il Brandano“ wurde 1486 in Petroio geboren. In seiner Jugend führte er ein recht unmoralisches Leben. Gotteslästerung, Glücksspiel und Alkoholexzesse werden ihm nachgesagt. Aber dann geschah etwas, das ihn sein Leben ändern lies. Er grub eines Tages ein Loch, als ihn plötzlich ein Steinchen am Kopf und einem seiner Augen traf. Er nahm dies als ein Zeichen Gottes und konvertierte mit Hilfe des Priesters.

Mit seiner Familie zog er zunächst nach Montefollonico, um sie später zu verlassen und nach Siena zu gehen. Dort lebte er in Armut, abhängig von Almosen. Er begann durch Italien, Frankreich, Deutschland und Spanien zu reisen und zu predigen, in einer Hand das Kruzifix, in der anderen einen Schädel. Er machte Wahrsagungen, wobei ihn vor allem die Reimform schnell bekannt werden lies.

Er warnte vor der von den Medici finanzierten spanischen Invasion und erregte so den Ärger der lokalen spanischen Garnision. So wurde er nach Rom ins Exil geschickt. Brandano begab sich zum Vatikan, legte Knochen „ossi di morti“ nieder und beleidigte die Kardinäle und den Papst Clement VII. (Guilio de Medici). Dieser lies ihn mehrfach ins Gefängnis bringen, um ihn schliesslich in Ketten und in einem Sack in den Fluss werfen zu lassen. Doch der ominöse Brandano überlebte und entkam.

Später sagte er nicht nur den Fall Roms, sondern auch den Tod von Papst Clement VII. vorher. Er ging nach Siena und verbreitete die frohe Kunde „Nie wieder Medici, wir sind gesund!“ bevor die Neuigkeiten aus Rom selbst bekannt geworden waren. Als er im Alter von 68 Jahren starb, wurde seine Leiche in der Kirche S. Martino in Siena drei Tage lang aufgebahrt, um den Menschen zu erlauben, Abschied zu nehmen. Erst dann wurde er beerdigt. Seine Überreste sind heute unauffindbar, so wie er es sich wohl gewünscht hätte. Die Legende aber lebt weiter – u.a. in Form einer Terracotta-Statue in Petroio.